Die Zeit, die bleibt
„Ich glaube die okzidentale Welt geht zu schnell voran und
vergisst das Gute von Gestern mit in das Morgen zu nehmen“ Lubko
„Die Zeit, die bleibt“ ist eine Fotoarbeit, die auf die
Umstände meiner Heimatstadt Regensburg aufmerksam machen möchte. Seit Jahren werden zahlreiche Bauprojekte zur
Erneuerung und Verschönerung
unserer Altstadt angeregt und unterstützt. In als Sanierungsgebiet deklarierten Altstadtteilen werden
häufig ältere Häuser von
Bauträgern aufgekauft, entkernt und neu bestückt. Dabei ist vor der Motivation des Bewahrens von
Wohnraum insbesondere die
Bestrebung zur Gewinnmaximierung treibende Kraft.Die
Wohnungen werden in kleine Parteien gestückelt und als Eigentumswohnungen weiterverkauft. Das hat zur Folge,
dass der neue, hochpreisige Wohnraum von den Eigentümern als Wertanlage genutzt
und an betuchte Dritte weitervermietet wird. Die Fluktuation ist groß.
Nichts gegen Luxussanierungen, doch sollte man rechtzeitig
erkennen, dass auch der anderen Seite, dem „traditionellen Wohnen“ mit seinem
besonderen Charme, Platz zum Überleben gegeben sein sollte. Die
Nutzungsvielfalt der lebendigen Regensburger Altstadt mit Stadtamhof soll
erhalten bleiben.
Häufig bewohnen diese „unsanierten“ Wohnungen kreative
Menschen, die auf individuelle Weise ihren eigenen, essentiellen Beitrag zum
Regensburger Stadtleben leisten. Personen, die gerade mit diesem Charme ihrer 4 Wände zufrieden sind und dort zu erschwinglichen Preisen wohnen.
Leben und leben lassen, ein Nebeneinander von Nischen,
sowohl in der privaten als auch in
der gewerblichen Nutzung hinter geschichtsträchtigen Mauern bereichert das
aktive, zeitgenössische Geschehen in der historisch so bedeutungsvollen
Altstadt Regensburg weitaus mehr, als eine zur Kulisse gewordene Stadt, mit der
sich der Kurzzeitbewohner weder identifiziert, geschweige denn seinen
individuellen, kreativen Beitrag nach Aussen leistet.
*Die Fotografien zeigen
auf diese Weise nicht mehr vorhandene bzw. zum Teil derzeit noch in ihrer Art bestehende Wohnungen mit ihren Bewohnern, die Kernsanierungen/Abriss weichen mussten bzw. werden